Der wahrscheinlichste Auslöser der nächsten Influenzapandemie ist ein Stamm des H5N1- Influenzavirus, das gegenwärtig bei Geflügel und Wildvögeln zirkuliert. Seit 1997 hat H5N1 auch zahlreiche Infektionen beim Menschen v. a. in Asien verursacht, die oft tödlich verliefen. Experten warnen vor einer unmittelbar bevorstehenden H5N1-Influenzapandemie mit möglicherweise schwerem Verlauf. Modellberechnungen zufolge ist eine frühzeitige Impfung essentiell, um die Infektionsrate im Falle einer Pandemie zu kontrollieren. Mit der Produktion spezifischer Pandemie-Impfstoffe kann jedoch erst begonnen werden, wenn das Pandemievirus bekannt ist, d. h. nachdem die Pandemie bereits ausgebrochen ist. Es ist deshalb notwendig, bereits jetzt Impfstoffe zu entwickeln, die auch gegenüber derzeit noch unbekannten H5N1-Varianten wirksam sind (präpandemische Impfstoffe).
GlaxoSmithKline arbeitet seit über 10 Jahren intensiv an umfassenden Konzepten der Pandemievorsorge (antivirale Medikamente, Antibiotika, Impfstoffe, Schutzausrüstung und Diagnostika). Ein präpandemischer H5N1-Impfstoff (PrepandrixTM) wurde im Mai 2008 erstmals in Europa zugelassen. PrepandrixTM von GlaxoSmithKline hat das Potential, auch vor derzeit noch unbekannten H5N1-Viren zu schützen. Die WHO und verschiedene Länder haben begonnen, diesen Impfstoff im Rahmen ihrer Pandemievorbereitung zu bevorraten.
Autor: Prof. Dr. Torsten Strohmeyer